Dogo Argentino

 

Was ich vom Dogo-Argentino halte.

Ein Artikel unseres Dogofreundes Daniel del Olmo.
Er wird Sie 1999 mit News über Dogos in Spanien versorgen.
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Der Dogo-Argentino gehört einer Rasse an, die für eine spezielle Mission gezüchtet worden ist, und von der gewisse physische und psychische eindrucksvolle Eigenschaften gefordert werden, die nur schwer in einem einzigen Hund zusammenkommen.

Es geht um die Jagd nach Großwild, unter Einsatz der geringstmöglichen Anzahl von Hunden. Der außergewöhnliche Jäger mit Doggen und Messer, Amadeo Bilò, der vermutlich derjenige ist, der das meiste getan hat, um den Dogo-Argentino in die Elite der Hochwild-Jagd einzuführen, hat das durch viel Getöse gekennzeichnete Scheitern solcher Hunderassen wie den alten Boxer, die dänische Dogge usw. im Rahmen der Ausübung dieser Jagdform in Argentinien konstatiert.

Die schlechte Ernährung und die unzureichenden Hygienebedingungen, im Verbund mit den aufreibenden Verfolgungen auf der Pampa oder in den Waldgebieten und nicht zuletzt die Wildheit und Grausamkeit, mit der die Tiere geschossen wurden, haben zu diesem Mißerfolg geführt. Dennoch haben die Hunde, die später von einem gewissen Dr. Agustin Nores Martinez entsandt wurden, überall dort glattweg triumphiert, wo alle anderen fehlschlugen. Es waren Hunde, die nach extremen Kriterien ausgesucht worden waren, sowohl was deren Aufbau, als auch deren Temperament betrifft.

Augenblicklich befinden wir uns in einer ganz anderen Situation. Der Dogo-Argentino hat sich über alle fünf Kontinente ausgebreitet und ist dabei, zu einer berühmten Rasse zu werden. Menschen aller Hautfarben und Herkunft besitzen und züchten derzeit den Dogo-Argentino. Dies hat sowohl Vorteile, als auch Nachteile.

Aufbau:

Jedes Detail der körperlichen Aufbaumerkmale des Dogo-Argentinos ist gekennzeichnet je nach der Zweckbestimmung, bezüglich welcher der Hund gezüchtet wurde, ausgehend von wissenschaftlichen und funktionellen Kriterien. Nichts wird dem Zufall überlassen; im Gegensatz zu anderen Rassen, wo immer dann und wann, und im Einvernehmen mit einigen wenigen, entschieden wird, daß ein gewisser Teil des Körpers ausgebildet sein muß , "weil dies typischer sei".

Beim Dogo-Argentino gilt ein solches Kriterium nicht, denn er wurde aus dem Nichts gezüchtet, und standardmäßig verwendet man auch nicht das Wort Typizität, sondern man greift auf eine wissenschaftliche Erklärung hinsichtlich der Ursache eines jeden Teils des Körpers zurück. Und während die ästhetischen Regeln, die auf zahlreiche Hunderassen zutreffen, im Ablauf der Zeit unterschiedlich sind, sind die Regeln, die auf den Dogo-Argentino zutreffen, für immer gültig, denn die Prinzipien der Biomechanik sind ihrerseits auf ewig gültig.

Aber wenn wir nun an diesem Punkt angelangt sind fürchten wir, daß einige Züchter des Dogo-Argentinos leichtfertig und unbedacht nach meinem Dafürhalten ihre persönlichen Launen und ihren Eigensinn einer Verbesserung der Rasse voranstellen, und anstatt die männlichen Zuchttiere nach dem allen bekannten Standard auzuwählen, ihren "speziellen Standard" vorschieben.

Dies ist ein großer Irrtum, denn er impliziert eine Verminderung der physischen Qualitäten. Es ist ein echter Schritt zurück. Dieses Standardelement , das nicht berücksichtigt wird, bedeutet eine Verschlechterung dieses Teils des Körpers, von dem man annahm, daß er Gegenstand unbestreitbarer Kriterien sei.

Dann sehen wir uns dem allzuhoch stilisierten oder allzu ausgedehnten, zu hohen und zu niedrigen Dogo-Argentino auf Hundeausstellungen gegenüber. So gibt es sogar Personen, die solche Fehler oder Irrtümer als " Blutlinien" bezeichnen. Dabei muß berücksichtigt werden, daß es sich beim den Dogo-Argentino um einen mesomorphen Hund handelt, d.h. einen harmonischen Hund, und daß keine seiner Komponeten sich über die übrigen hervorheben darf.

Ein anderes spezifisches Thema ist das, das einen bestimmten Typ des Dogo-Argentinos nachweisen oder entfernen soll, ausgehend von den obskursen oder wenig eindeutigen Teilen des Standards, sowie dies bei Dr. Augustin Norez Martinez, den ich als die hervorragendste Autorität auf diesem Gebiet halte, klar und deutlich zum Ausdruck gebracht worden ist, wie ein guter Dogo-Argentino bewertet werden muß.

Derjenige der sich schützend vor die Entscheidungen oder Lücken des Standards stellt, zeigt deutlich, daß er unaufrichtig ist und seinen Vorteil anstelle des Vorteils der Rasse sucht. Und dies gilt erst recht, wenn wir uns vor Augen halten, daß es zahlreiche grafische Dokumente und Unterlagen über die "Materialisierung" des Standards nach dem Gutdünken aller Experten gibt, so auch des Dr. Nores, der "Tilcara de Nores Martinez" züchtete.

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Dr. Antonio Nores Martinez

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Grabstätte von Dr. Antonio Nores Martinez

Charakter

Der Dogo-Argentino gefällt uns, und ist ein Hund, der für Grenzsituationen gezüchtet worden ist. Unter solchen Situationen zeigt dieser Hund außerordentliche Qualitäten wie Mut, Gelassenheit, Klarheit und Hingabe bis zum äußersten. Diesbezüglich unterscheidet er sich von den anderen Rassen, bei denen es vielen an Mut und Tapferkeit mangelt, wenn dabei eine unerträgliche Müdigkeit mit im Spiel ist, oder wenn Verletzungen und Schläge enstanden sind. Andere Hunde unternehmen einen hysterischen Angriff, im Rahmen dessen sie das Ziel nicht unterscheiden, und das gleiche tun sie in dem Griff nach dem Wild oder in dem Griff nach einem Begleiter der Meute oder sogar einem befreundeten Jäger.

Dieser spezifische Charakter ist es, welcher dem Dogo-Argentino seine große Persönlichkeit und Beständigkeit verleiht. Es ist ein Aspekt, der schwierig zu selektionieren ist, ausgehend von Grenzsituationen und einer sorgfältigen Beobachtung der Reaktionen.

Es gibt welche, die glauben, daß der Dogo-Argentino durch die bloße Tatsache, daß es sich um einen solchen handelt, diese Qualitäten in sich vereint. Dies ist nicht richtig, wie man anhand der argentinischen Charaktertests feststellen kann, wo es Hunde gibt (glücklicherweise im Augenblick wenige) , die eilends davonrennen.

Trotzdem erschienen diese Hunde bis zum Tage des Tests normal und sogar tapfer und mutig, und einige von Ihnen waren echte Experten in herkömmlichen Disziplinen, wie Wendigkeit, Schutz, Verteidigung und Angriff.

Zusammenfassend kann gesagt werden, daß der Dogo-Argentino eine außergewöhnliche Rasse ist, wenn man sich die große Zahl der physischen und psychischen Qualitäten vor Augen hält, die sie besitzt, was Zuneigung, Opfer und harte Auslese erfordert, um nicht fehlzugehen. Aber es ist der Mühe wert, oder glauben Sie nicht daran?

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